Der zunehmenden Verwendung computergestützter Methoden in der geisteswissenschaftlichen Forschung im Sinne der „Digital Humanities“ steht häufig eine vernachlässigte Usability der digitalen Tools gegenüber. So trägt der mangelnde Einsatz etablierter Praktiken des Usability Engineering entscheidend dazu bei, dass Erst- und Gelegenheitsnutzer_Innen davon abgehalten werden, digitale Ressourcen und komplexe Softwarewerkzeuge in der eigenen Forschung zu nutzen. Dies bestätigen die in diesem Beitrag präsentierten Ergebnisse einer Usability- Studie, die exemplarisch anhand der weitverbreiteten OCR-Software Transkribus durchgeführt wurde. Die Evaluationsergebnisse offenbaren teils erhebliche Usability-Probleme der Software, die durch einen nutzerzentrierten Entwicklungsprozess verhindert werden hätten können. Die Studie zeigt, dass iterative Usability-Tests ein unverzichtbares Werkzeug darstellen, um ein Tool mit hoher Benutzerfreundlichkeit zu erstellen und dessen Verwendung damit auch einer breiten Nutzerschaft aus geistes- und kulturwissenschaftlichen Domänen zu ermöglichen.

Zur Veröffentlichung